Materialinformation Verdeckbezugsstoff

 

Der Verdeckbezugsstoff muß höchsten Anforderungen wie:

- Wasserdichtigkeit

- sehr gute Kälte- und Hitzebeständigkeit

- sehr hohe Reib- und Scheuerfestigkeit

- widerstandsfähig gegen Umwelteinflüsse 

Verdeckstoffe, die bei uns Verwendung finden, bestehen aus 3 Schichten

 

Das gewebte Obermateral besteht aus Polyacylnitril wobei die Fasern selbstverständlich spinndüsengefärbt sind.

Eigenschaften dieser Kunstfaser sind sehr hohe Reißfestigkeit, TOP Lichtechtheit sowie auch das sehr hohe Rückstellverhalten (statische und dynamische Dehnungen).

Also keine Risse durch Knicke schon nach kürzester Zeit und auch kein Ausbleichen (aus schwarz wird grau) und kein Bezug der nach einer schnelleren Fahrt aussieht wie ein nasser Sack.

 
   
 

Die Mittelschicht

Sie besteht aus einer Butyl- oder CR Gummierung, die zwischen den beiden gewebten Stoffen für die Dichtigkeit sorgt (absolut Wasserdicht).

In der Fertigung ist genau diese gelförmige Masse das Material das auf beide Stoffe aufgetragen wird und dann die Oberschicht mit der Unterschicht durch ein verwalzen verbindet.

Zeichnung Verdeckstoff 
   

Die Unterschicht

Das gewebte Untermaterial besteht aus Polyester

Polyester hat einen sehr großen Vorteil gegenüber dem veralteten Sonnenlanstoff mit Baumwolluntergewebe. Schimmel kann sich auf der Kunstfaser wesendlich schlechter ansiedeln als auf der Naturfaser.

Beim alten Sonnenland Classic Stoff (Serienmaterial Golf 1 Cabrio) ist das Untergewebe noch aus Baumwolle hergestellt worden.

Schon beim Golf 3 haben wir damals bei Karmann auf ein anderes Untergewebe bestanden und so ist beim Golf 3 das Sonnenlandmaterial durch Sonnenland A5 Material (Polyester mit gleichen Muster) eingesetzt worden.

 
   
Es gibt weltweit nur sehr wenige Betriebe die Verdeckstoffe in guter Qualität herstellen können. Hierbei sind folgende Qualitätsmerkmale die wichtigsten:
 
   

Die Reißfestigkeit

Die Reißfestigkeit wird Chargenweise überprüft. Hierbei werden 50 mm breite Stoffproben aus der Schuß- und Kettrichtung sowie aus einer Diagonalen in der Zugmaschiene gegen einer Lastenheftvorgabe gezogen. Nur ein TOP Verdeckstoff kann hier bestehen ohne andere Forderungen wie z.B. die Steifigkeit zu vernachlässigen.

 
   

Die Lichtechtheit

Die Lichtechtheit wird im sogenannten Xenontest (Sonnenlichtsimulationsanlage) überprüft. Unsere Verdeckstoffe erzielen durchweg Höchstwerte und gemessen wird gegen den Graumaßstab (das Prüfkreterium der Textilindustrie). Somit wird Ihr neues Verdeck auch nach Jahren den Farbton behalten. In den 80er gab es mal einen Verdeckbezugstoff, der sehr schnell seine Farbe verloren hat und so vom z.B. schwarz ins anthrazit umgeschlagen ist. Sowas kann heute durch die Erprobung und Qualitätssicherung nicht mehr passieren. 

 
   
 

Die Scheuerfestigkeit

Im Martindale Verfahren werden zwei Verdeckstoffproben gegeneinander gerieben. Auch wenn zum Ende der Prüfung (simuliert werden ca. 10 bis 15 Jahre) einige Fasern hochstehen so ist kein Faden gebrochen und der Farbton auch nicht wesendlich heller. Dies ist eine sehr harte Prüfung, die ein Cabrioleben mit abgelegten Verdeck (simuliert werden ca. 10 bis 15 Jahre) nachspielt.

Wie man gut erkennen kann gibt es einfachere Verdeckstoffe, die doch unsere gewohnte Qualität nicht halten können. 

Eine abgewandelte Form ist die das man den Verdeckbezug gegen ein Schmiergelpapier prüft.

 Martindale
   

Die Dehnung

Die statische und bleibene Dehnung wird mit Hilfe von Einzelgewichten bei Raumtemperatur, extremer Kälte, extremer Hitze sowie bei Feuchtwärme geprüft. Hier wirken wir späteren bösen Überraschungen vor, wenn z.B. ein Verdeckbezug sich übermäßig auf der Autobahn längt und dann nach der Autobahnfahrt wie ein nasser Sack auf dem Gestell liegt. 

 
   

Die Materialdicke

Die Materialstärke beträgt zusammen knapp 1 mm. Diese muß aufgrund der Ablageeigenschaften eingehalten und ständig überprüft werden.

 

 

In dem 80er Jahren haben wir bei Karmann den Sonnenlandverdeckstoff von Rode & Schwalenberg (heute Fa. Haartz) für das Golf 1 Cabrio und den Ford Escort eingesetzt.

Dieser Verdeckstoff war damals die absolute TOP Ware und bestand im Obermaterial aus 50 % Polyacrylnitril und 50% Polyester. Diese Schicht ist eine reine Schutzschicht für die Mittelschicht und soll dazu noch gut aussehen.

Das syntetesche Kautschuk ist die Mittelschicht und schon damals war nur diese Schicht für die Wasserdichtigkeit zuständig.

Die Unterschicht besteht aus Baumwolle und hatte dazu noch das aus dem Roadsterbereich stammende Muster. Auch diese Schicht hatte nur die Aufgabe die Mittelschicht zu schützen und dazu noch gut auszusehen.

Schon beim Golf 3 Cabrio ist der Sonnenlandverdeckstoff gegen das A5 Material ausgetauscht worden. Mit der Entwicklung vom Audi A4 Cabrio, dem New Beetle Cabrio und auch dem Mercedes CLK wurde das Material weiter verbessert.

Dieses Material findet auch heute Verwendung. Wichtig sind bei uns, das alle oben genannten Prüfungen bestanden werden denn nur dann kann man auch einen TOP Verdeckbezug produzieren.  

Das Akustkmaterial:

Wir haben bei Karmann das Audi A4 Cabrio in Osnabrück kpl. entwickelt und dann im benachbarten Rheine produziert. Bei einer Überprüfung im Windkanal von Audi haben wir bemerkt, das wir im Fondbereich (Hintersitzanlage) 2 dB lauter waren als der ebenso bei Karmann in Osnabrück gebaute Mercedes CLK.

Mir wurde die aufgabe aufgetragen dieses Problem mit meinen Mitarbeitern zu beheben und so gab es für uns zwei Möglichkeiten. Die punktuelle Verstärkung der Polstermatte in dem Bereich sowie die erhöhte Masse der Zwischenschicht und somit der 0,5 mm dickere Verdeckbezug.  

Nach erfolgreicher Erprobung konnte das Material für den Audi A4 freigegeben werden. Scheuer- und Druckstellen im Verdeckbezug sind wesendlich schneller und stärker vorhanden als beim normalen, unserer Meinung nach besseren normalen Verdeckstoff.

Weiter wurden alle bis dahin produzierten Cabrioprojekte wie z.B. Golf 1 und 3 untersucht. Aufgrund des Ablageverhaltens wurde der Akustikverdeckstoff sehr schnell als nicht tauglich verworfen.

Für alle weicheren Verdeckgestelle (alle vor 2000 produzierte Cabrios) ist dieser festere Verdeckbezugsstoff  auch ungeeignet, weil sich das Ablageverhalten ändert und es sehr schnell zu starken Druck- und Scheuerstellen kommt.

 

 

 

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